Warum müssen Sie Re­gen­was­ser
behandeln?

Die Be­deu­tung ei­ner Se­di­men­ta­ti­ons- oder Fil­ter­an­la­ge für
Re­gen­was­ser

Schutz von Gewässern, Böden und Ressourcen durch Re­gen­was­ser­be­wirt­schaf­tung

In Deutschland sind die Gewässerschutzziele noch immer nicht vollständig erreicht.

Obwohl die Kläranlagen und die Landwirtschaft früher die Hauptursachen für Verunreinigungen von Wasser und Abwasser waren, gelten heute vor allem  Niederschlagswassereinleitstellen von belasteten Verkehrsflächen als eine der größten Herausforderungen.

Was be­las­tet Was­ser und Ge­wäs­ser?

Wenn Regen auf befestigte oder verschmutzte Flächen trifft – etwa auf stark befahrene Verkehrsflächen, Industrieflächen, Parkplätze oder Metalldächer – nimmt das abfließende Niederschlagswasser Schadstoffe auf. Diese Schadstoffe gelangen anschließend über die Kanalisation oder über Einleitstellen in Flüsse, Bäche und Seen, sofern keine schützende Behandlungsanlage für Regenwasser installiert ist.

Zu den typischen Belastungen zählen:


Schwermetalle (z. B. Zink, Kupfer)

Mineralöle und Kohlenwasserstoffe

Mikroplastik und Feinstoffe (AFS63)

Nährstoffe und Feinstaubpartikel

Reifenabrieb

Wie wird bei der Planung das
Be­hand­lungs­bedürfnis bestimmt?

Für eine fachgerechte Planung definieren die DWA-Arbeitsblätter genaue Belastungskategorien für Regenabflüsse – von Kategorie I (gering belastet) bis Kategorie III (stark belastet). Je nach Empfindlichkeit des Gewässers und der Art der Fläche ergibt sich daraus, ob und wie das Niederschlagswasser durch entsprechende Anlagen behandelt werden muss. Eine Einleitung in das Grundwasser durch Regenwasserversickerung wird dabei besonders kritisch bewertet, da der Boden als Trinkwasserressource der Zukunft gilt und vor Schadstoffeinträgen aus ungereinigtem Wasser geschützt werden muss.

Wel­che Be­hand­lungs­­­an­la­gen eig­nen sich für die Re­gen­was­ser­­be­hand­lung?

Die Wahl der passenden Anlage hängt von der Größe und Nutzung des Einzugsgebiets ab:

Zentrale Anlagen zur Niederschlagswasserbehandlung

Für große Flächen – beispielsweise mehrere Hektar – kommen häufig Regenklärbecken, bewachsene Mulden oder Retentionsbodenfilter zur Rückhaltung zum Einsatz. Diese Systeme bündeln das Regenwasser und behandeln es gemeinsam an einem zentralen Ort. Alternativ finden heutzutage auch im zentralen Bereich industriell gefertigte Behandlungsanlagen aufgrund ihrer kompakten Bauweise und hohen Wartungsfreundlichkeit bei der Reinigung vermehrt Anwendung.

Dezentrale Niederschlagswasserbehandlung

In innerstädtischen Bereichen, auf Parkplätzen oder an Verkehrsknotenpunkten ist die dezentrale Niederschlagswasserbehandlung oft die effizienteste Wahl. Eine dezentrale Regenwasserbehandlung ermöglicht die gezielte Reinigung direkt am Entstehungsort der Verschmutzung und reduziert so den Wartungs- und Leitungsaufwand. Je nach Art der Schadstoffe oder Stoffgruppe werden unterschiedliche Verfahrenstechniken bei der Behandlung von Regenwasser eingesetzt – beispielsweise Sedimentation, Filtration oder Substratfilterung.

War­um ist ei­ne pro­fes­sio­nel­le
Re­gen­­was­ser­­be­wirt­­schaf­tung so wich­tig?

  • Schutz von Oberflächengewässern, Böden und Grundwasserressourcen
  • Reduktion von Mikroschadstoffen und partikulären Verunreinigungen
  • Einhaltung gesetzlicher Vorgaben (z. B. DWA-A 102, DWA-M 153)
  • Beitrag zur nachhaltigen Wasserwirtschaft
  • Sicherung der Trinkwasserversorgung von morgen

Häu­fi­ge Fra­gen (FAQ)
zur Re­gen­­was­ser­­be­hand­lung

1. Warum reicht die natürliche Regenversickerung oft nicht aus?

Weil Niederschlagswasser auf belasteten Flächen Schadstoffe aufnimmt, die durch eine unkontrollierte Versickerung direkt ins Grundwasser gelangen würden. Eine technische Reinigung durch eine moderne Behandlungsanlage  reduziert diese Risiken erheblich.

2. Wann ist eine Regenwasserbehandlung gesetzlich vorgeschrieben?

Immer dann, wenn die Verschmutzungskategorie der Fläche über Kategorie Ⅰ liegt oder das Gewässer besonders empfindlich ist – geregelt u. a. in DWA-A 102. Vor einer Einleitung oder Regenwasserversickerung ist in diesen Fällen eine Niederschlagswasserbehandlung zwingend erforderlich.

3. Welche Reinigungsmethode ist am effektivsten?

Das hängt von der genauen Planung und dem Standort ab. Sedimentationsanlagen eignen sich besonders für die Rückhaltung partikulärer Stoffe, während eine leistungsstarke Filteranlage für Regenwasser mit Substratfilter feinste Schadstoffe wie Mikroplastik oder gelöste Schwermetalle aus dem Abwasser entfernt.

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